Kein Treffer
Deutschlands Natur – Natura 2000

© Alle Rechte vorbehalten. Interesse an dem Foto?

FFH-Gebiete, FFH-Arten und Vogelschutzgebiete - Natura 2000

Anhang IV und V der FFH-Richtlinie

Arten der Anhänge IV und V der Fauna Flora Habitatrichtlinie

Anhang IV

Anhang IV (Anh. IV) ist eine Liste von Tier- und Pflanzenarten (aktuell 134 Tier- und Pflanzenarten), die unter dem besonderen Rechtsschutz der EU stehen, weil sie selten und schützenswert sind. Weil die Gefahr besteht, dass die Vorkommen dieser Arten für immer verloren gehen, dürfen ihre "Lebensstätten" nicht beschädigt oder zerstört werden. Dieser Artenschutz gilt nicht nur in dem Schutzgebietsnetz NATURA 2000, sondern in ganz Europa. Das bedeutet, dass dort strenge Vorgaben beachtet werden müssen, auch wenn es sich nicht um ein Schutzgebiet handelt.

Anhang IV kommt auch aufgrund des Bundesnaturschutzgesetztes (BNatSchG) eine besondere Bedeutung zu. In der "kleinen Novelle" des BNatSchG vom 18.12.2007 wurden die Vorschriften zum Artenschutz verschärft. Es muss seit dem dafür Sorge getragen werden, dass Landnutzung (land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Bodennutzung) den Erhaltungszustand der lokalen Populationen von Anhang IV der FFH -Richtlinie nicht verschlechtern.

Die Umsetzung dieser Vorgaben in die Praxis ist jedoch nicht immer einfach. Dies beginnt damit, ob man auf der Fläche tatsächlich eine Population der Art vorliegen hat. Wenn ja, wie groß ist eine Population? Wie ist diese abgegrenzt? Fragen die man ja beantworten muss, um zu beurteilen, ob sich die Population durch die Landnutzung verschlechtern wird oder ob es keine negative Auswirkungen gibt. Um dies zu verdeutlichen, stelle man sich eine Region vor, in der die Wildkatze vereinzelt vorkommt. Die Tiere sind in den Wäldern natürlicherweise in geringen dichten Vorhanden und es ist unstrittig, dass es Austausch zwischen lokalen Katzenfamilien gibt, man also von einer Population reden kann. Aber wie erfolgt die Abgrenzung der Population? Sind damit nur die "Verwandten" innerhalb eines großen Waldgebietes gemeint oder größere Regionen wie - sagen wir einmal - Nordhessen?! Auch dort wird es sicherlich auch über größere Distanzen Austausch von Tieren geben. Um die Frage für das Beispiel zu beantworten: Bei der Wildkatze versucht man sich an größeren, abgrenzbaren Waldregionen zu orientieren.

Selbst wenn man klare Vorstellung von der Abgrenzung einer Population hat, ist es schwierig zu beurteilen, ob sich tatsächlich etwas verschlechtert. Oft ist es schon schweirig genug überhaupt zu wissen, mit wie vielen Tieren man es zu tun hat. Dann gibt es ganz natürliche jährliche Schwankungen in den Größen der Populationen - hat man es nur mit einem natürlichen Prozess zu tun oder sind dies schon Auswirkungen einzelner Landnutzungen, welche dann strenggenommen verboten werden müssten.

Als Reaktion auf diese Problematik hat das Bundesamt für Naturschutz eine Website zu Anhang IV - Arten in Auftrag gegeben, die für jede Art möglichst detailliert Informationen zusammenstellt, um die oben genannten Fragen beantworten zu können.

Anhang V

Anhang V (Anh. V) beschäftigt sich mit Tier- und Pflanzenarten, für deren Entnahme aus der Natur besondere Regelungen getroffen werden können. Sie dürfen nur im Rahmen von Managementmaßnahmen genutzt werde. Ein Beispiel ist die Heilpflanze Arnika, die zur Herstellung von Salben, Tinkturen etc. gebraucht wird.


Online: http://www.deutschlands-natur.de/natura2000/ffh-anhang-iv/
Datum: 27.08.2016
© 2016 Deutschlands Natur. Alle Rechte vorbehalten.